Mouvoir/Stephanie Thiersch (Köln)

mit dem Asasello Quartett und DJ Elephant Power

Bronze by Gold

 

Musik und Tanz, Intensitäten, Rhythmen und Stile fallen ineinander, verflechten und blockieren sich. Der Titel „Bronze by Gold”, gefunden im Sirenenkapitel des Ulysses (J. Joyce), steht für das verführerische Nebeneinander und Nacheinander von Zeitgenössischem Tanz, Tableaux Vivants, Streichquartett und Clubmusik. Jeder glänzt, gewittert oder erlischt: Sieben Performer, ein Streichquartett und ein DJ werden als utopische Gemeinschaft dazu gebracht, sich zu verbinden, zu verketten, aneinander zu zerren, spielerisch und unbequem, lustvoll und erzwungen. „Bronze by Gold“ kommt daher wie eine eklektizistische Montage, die einen Sog entwickelt und ikonische Bilder einer Gesellschaft durcheinander wirbelt, die sich selber feiert, die aufgibt, weiterzieht, überleben muss.

Zu den sich immer weiterverzweigenden Klängen des Asasello-Quartett, angefangen mit der “Großen Fuge” von Beethoven über “Torso V” von Márton Illés, bis zu Hikari Kiyamas “Raga Phi”, gesellen sich die pochenden Bässe und die virtuose Scratchtechnik des Dj Elephant Power. 12 Körper werden zu Strudeln und versuchen dennoch sich zu behaupten, gegen den Strom zu schwimmen. In einer Welt, in der alles nebeneinander steht, sich alles gegenseitig zu nivellieren scheint, versuchen sie immer wieder anders in Erscheinung zu treten.
Konzept/Choreographie: Stephanie Thiersch | Quartett: Rostislav Kozhevnikov (1. Violine), Barbara Streil (2. Violine), Teemo Myöhänen (Cello), Justyna Śliwa (Viola) | Tanz: Claudia Greco, Viviana Éscalé, Camille Revol, Kefa Oiro, Valentí Rocamora, Marika Gangemi, Michele Meloni | Elektronische Musik DJ Elephant Power | Dramaturgie Guy Cools | Choreographisch-musikalische Beratung: Juan Cruz Díaz de Garaio Esnaola | Choreographische Assistenz : Viviana Éscalé, Valentí Rocamora | Kostüme: Fabien Almakiewicz | Bühne: Jasper Diekamp | Lichtdesign: Nico de Rooij, Jürgen Kapitein | Technische Leitung: Fabian Fleisch | Ton: Maximilian Johansson | Produktionsleitung: Karolin Henze | Management: Béla Bisom.

 

Greifswald: Mo 22.10., 19.30 Uhr, Theater Vorpommern, Großes Haus

Stettin: Mi 24.10., 19 Uhr, Opera na Zamku, Große Bühne
Schwerin: Do 25.10., 19.30 Uhr, Mecklenburgisches Staatstheater, Großes Haus

 

Dauer: 75 min

 

Stephanie Thiersch ist Choreografin, Regisseurin und Medienkünstlerin und studierte in Deutschland und Frankreich, u. a. an der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) unter Valie Export. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Vermischung sämtlicher Medien und risikofreudige Allianzen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern aus. Mit ihrer 2000 in Köln gegründeten Kompanie MOUVOIR gastierte sie weltweit mit über 30 Bühnenstücken, Filmen und Installationen, die mehrfach ausgezeichnet wurden, u. a. mit dem Deutschen Videotanzpreis und dem Förderpreis des Landes NRW. Ihre aktuelle Produktion Bronze by Gold mit dem Asasello-Quartett und Dj Elephant Power wurde bei TANZ IM AUGUST in Berlin uraufgeführt.

Die Arbeiten von Stephanie Thiersch suchen die Konfrontation mit anderen Medien und bleiben doch in ihrem Kern Tanzstücke. Das Interesse der Choreografin richtet sich stets auf den Körper im Prozess der Transformation und des Übergangs.